EU-Roaming 2026: Was sich ändert und wann sich eine eSIM trotzdem lohnt
„Neue EU-Roaming-Regeln 2026“ steht dieses Jahr über auffällig vielen Artikeln. Ich hab die Primärquellen nachgelesen, also die Verordnung selbst und die Seiten der EU-Kommission. Ergebnis: zwei bestätigte Änderungen zum 1. Januar 2026. Zwei. Alles andere, was gerade unter diesem Stichwort kursiert, ist Vorschlag, Verhandlung oder schlicht falsch datiert.
Für dich mit deutschem Vertrag heißt das erst mal wenig. Am Prinzip „Roam like at home“ ändert sich nichts. Interessant wird's dort, wo die EU-Regel nicht mehr greift.
Zwei EU-Roaming-Änderungen seit 1. Januar 2026 in Kraft
Der Großhandelspreis-Deckel für Datenroaming ist auf 1,10 € pro Gigabyte gefallen. Ein weiterer Schritt auf dem Absenkungspfad der EU-Roaming-Verordnung (EU) 2022/612, der 2027 bei 1,00 €/GB endet und dann bis zum 30. Juni 2032 eingefroren bleibt. Wichtig: Das ist ein Preis zwischen Netzbetreibern. Nicht deiner. Auf deiner Rechnung siehst du davon nichts.
Die zweite Änderung merkst du wirklich, wenn sie dich betrifft. Seit dem 1. Januar 2026 gilt „Roam like at home“ laut Roaming-Seite der EU-Kommission auch für die Ukraine und Moldau. Wer dorthin reist, zahlt keine Roaming-Aufschläge mehr. Ob dein Anbieter das schon umgesetzt hat, steht in deiner Tarifübersicht.
Die große Reform 2026? Gibt's nicht
Der Digital Networks Act wurde am 21. Januar 2026 vorgeschlagen und steckt weiter im Gesetzgebungsverfahren. Kein geltendes Recht. Roaming-Preisobergrenzen nennt die Kommission auf ihrer eigenen Seite dazu nicht als Regelungsgegenstand, obwohl der Vorschlag in Suchergebnissen gern als „EU-Roaming-Reform“ verkauft wird.
Ähnlich beim Westbalkan. Die Kommission hat im Februar 2026 Verhandlungen über eine Roaming-Integration eröffnet. Verhandlungen. Kein Datum, kein Beschluss.
Wo die EU-Roaming-Regel aufhört, fängt die eSIM an
Großbritannien, die Schweiz und die Türkei liegen rechtlich außerhalb von EU und EWR. Die Roaming-Verordnung gilt dort schlicht nicht. Rechnet dein Anbieter diese Länder trotzdem wie EU-Länder ab, ist das Kulanz und kein Anspruch.
Kulanz hat ein Ablaufdatum. o2 rechnet Großbritannien nur noch bis zum 31.12.2026 zu EU-Konditionen ab, „Verlängerung vorbehalten“. Vodafone nennt Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Moldau und die Ukraine ausdrücklich „freiwillige Gebiete“, die angepasst werden können, und schließt die Schweiz und die Türkei aus seiner EU-Roaming-Zone aus.
Dazu kommt die Fair-Use-Policy. Nach Artikel 5 der Roaming-Verordnung und der Durchführungsverordnung (EU) 2016/2286 dürfen Anbieter das kostenlose Roaming-Datenvolumen deckeln. Und ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Heim- und Auslandsnutzung werten sie als permanentes Roaming.
Und genau da liegt das Argument für eine Reise-eSIM. Ihre Abdeckung ist das, was du kaufst, nicht eine Kulanzregel, die jederzeit kippen kann. Der Europa-Tarif von eSIM FOX nennt nach Anbieterangaben 38 Länder, Großbritannien und die Schweiz eingeschlossen, mit Paketen über 7 oder 30 Tage, 1 bis 50 GB, ab 0,99 €/GB. Stand: August 2026.
Außerhalb Europas wird die Rechnung ohnehin eindeutiger, das zeigt unser eSIM-Vergleich für Thailand.
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Fazit
Wer 2026 nur innerhalb der EU-Roaming-Zone reist, braucht keine eSIM. Das ist die ehrliche Antwort, auch wenn wir eSIMs empfehlen. Kommen aber Großbritannien, die Schweiz, die Türkei oder ein längerer Aufenthalt dazu, hängst du an einer Regel, die dein Anbieter jederzeit ändern darf. Ob o2 über 2026 hinaus verlängert, weiß ich nicht. Niemand weiß das.
Stand: August 2026. Alle Angaben stammen aus den verlinkten Primärquellen und Anbieterseiten, nicht aus eigenen Tests.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet EU-Roaming 2026?
Für dich ändert sich nichts: In der EU gelten weiter deine heimischen Tarifpreise. Gesunken ist zum 1. Januar 2026 nur der Großhandelspreis zwischen Netzbetreibern, von 1,30 € auf 1,10 € pro Gigabyte. Diesen Preis zahlen Anbieter untereinander, nicht du.
Gilt EU-Roaming auch in der Ukraine und in Moldau?
Ja, seit dem 1. Januar 2026. Beide Länder gehören laut Europäischer Kommission zum Gebiet von „Roam like at home“, Roaming-Aufschläge entfallen dort also. Ob dein Anbieter das bereits umgesetzt hat, steht in deiner Tarifübersicht.
Zählt Großbritannien noch zum EU-Roaming?
Rechtlich nein. Großbritannien liegt außerhalb von EU und EWR und fällt nicht unter die EU-Roaming-Verordnung. Mehrere deutsche Anbieter rechnen es trotzdem freiwillig zu EU-Konditionen ab, o2 nach eigenen Angaben aber nur bis zum 31.12.2026, Verlängerung vorbehalten.