Was ist Daten-Roaming? Die Telekom kippt 2026 die Aufschläge außerhalb der EU
Ein Tag mobiles Internet in New York: 9,95 Euro Tagespauschale, so stand es lange in der Preisliste der Telekom, wie der Anbietervergleich von reisechip.de zeigt (Stand: Juli 2026). Seit dem 4. Februar 2026 zahlen viele Telekom-Kunden dafür nichts mehr. Höchste Zeit für die Frage, was Daten-Roaming eigentlich ist.
Was die Telekom zum 4. Februar 2026 geändert hat
Die Deutsche Telekom kündigte am 8. Januar 2026 an, allen MagentaMobil-Tarifen ab dem 4. Februar 2026 ein jährliches Freivolumen für Daten-Roaming außerhalb der EU mitzugeben, gültig in mehr als 140 Ländern der Ländergruppen 2 und 3, darunter USA, Kanada, Türkei und Mexiko. Wie viel das konkret ist, hängt vom Tarif ab:
| Tarif | Freivolumen außerhalb der EU, pro Kalenderjahr |
|---|---|
| MagentaMobil XS | 2 GB |
| MagentaMobil S | 4 GB |
| MagentaMobil M | 10 GB |
| MagentaMobil L | 25 GB |
| MagentaMobil XL | 50 GB |
Wie netzwelt.de am 13. Januar 2026 berichtete, ersetzt das Freivolumen die bisherigen Aufschläge, statt sie zu ergänzen. Automatisch bekommen es Bestandskunden nicht, sie müssen aktiv in einen neuen Tarif wechseln.
Und die Preiserhöhung? Gibt's auch, nur woanders. Laut inside-digital.de steigt zum selben Stichtag der Monatspreis einer weiteren Zusatzkarte (PlusKarte) von 9,95 auf 14,95 Euro, rund 50 Prozent mehr. Das ist eine Kartengebühr, keine Auslandsdaten.
EU oder nicht EU, das entscheidet fast alles
In der EU gilt seit 2017 „Roam like at Home“: dein Inklusivvolumen läuft im Urlaub einfach weiter, die Bundesnetzagentur erklärt die Regel samt Ausnahmen. Seit dem 1. Januar 2026 zählen auch Ukraine und Moldau dazu, was die Telekom auf ihrer Roaming-Seite bestätigt. Mehr dazu, was sich beim EU-Roaming 2026 sonst noch ändert.
Außerhalb dieser Zone gilt davon nichts: Dort gelten weiterhin Roaming-Gebühren, wenn kein Freivolumen greift.
Ein automatischer Kostendeckel von rund 59,50 Euro brutto pro Abrechnungszeitraum greift als Notbremse, grundsätzlich sogar weltweit, laut Bundesnetzagentur seit dem 1. Juli 2012. Blind verlassen würde ich mich darauf nicht: Er funktioniert nur, wenn das besuchte Netz den Verbrauch in Echtzeit meldet. Wer trotz Roam-like-at-Home lieber eine separate Datenleitung nutzt, etwa fürs schnelle Aufladen ohne Fair-Use-Grenzen, findet eSIM-Angebote für Europa im Vergleich.
Vodafone- und O2-Kunden zahlen weiter pro Tag
Ein vergleichbares Freivolumen hat bis heute (Stand: August 2026) weder Vodafone noch O2 angekündigt. Für deren Kunden bleibt es beim Tagespass. reisechip.de listet diese Preise, Stand Juli 2026:
Telekom Travel & Surf: 9,95 bis 24,95 Euro pro Tag, je nach Zone
Vodafone GigaRoaming: 5,99 bis 22,99 Euro pro Tag
O2 Travel: 5,99 bis 19,99 Euro pro Tag
Rechne das auf zwei Wochen hoch. Bei 12,99 Euro pro Tag (Vodafone Welt 1, Stand: Juli 2026) stehen rund 182 Euro auf der Rechnung, nur fürs Internet.
Wann sich eine eSIM statt Daten-Roaming 2026 trotzdem lohnt
Nicht immer, ehrlich gesagt. Wer MagentaMobil L hat und mit 25 GB Jahresvolumen zwei Wochen in die USA fliegt, muss vermutlich nichts dazukaufen. Wer doch aufstocken will, findet eSIM-Anbieter für die USA im Vergleich.
Interessant bleibt sie in vier Fällen:
Du bist bei Vodafone, O2 oder einem Discounter und hast außerhalb der EU kein Freivolumen.
Dein Jahreskontingent ist aufgebraucht, und im Oktober steht noch eine Reise an.
Deine Route führt durch Länder, die in keiner Ländergruppe deines Tarifs auftauchen.
Du willst das Diensthandy nicht anfassen und brauchst nur zehn Tage Daten.
Der Wechsel dauert Minuten: eSIM vorab kaufen, QR-Code scannen, das Daten-Roaming der deutschen SIM ausschalten, die eSIM als Datenleitung setzen. Deine Nummer bleibt erreichbar. Wie der Umstieg im Detail funktioniert, zeigt unser Einsteiger-Guide zur eSIM im Ausland.
An der Meldung finde ich das Signal spannender als das Freivolumen. Wenn ein Anbieter Daten-Roaming in den Tarif packt, müssen die anderen nachziehen. Ob noch 2026? Da wär ich vorsichtig.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Daten-Roaming?
Dein Handy nutzt im Ausland mobile Daten über ein fremdes Netz, abgerechnet wird trotzdem über deinen deutschen Vertrag. Ohne Roaming kommst du dort nur über WLAN ins Netz.
Ist Roaming in der EU wirklich kostenlos?
Seit 2017 fallen in der EU keine Aufschläge an, dein Inklusivvolumen gilt weiter. Ukraine und Moldau zählen seit dem 1. Januar 2026 dazu. Für dauerhafte Nutzung im Ausland gelten aber Fair-Use-Grenzen.
Was kostet Daten-Roaming außerhalb der EU?
Ohne Freivolumen im Tarif zahlst du einen Tagespass. Bei den drei großen deutschen Anbietern lagen die Listenpreise im Juli 2026 zwischen 5,99 und 24,95 Euro pro Tag, je nach Zielzone.
Wie schalte ich Daten-Roaming aus?
Auf dem iPhone unter Einstellungen, Mobilfunk, Datenoptionen. Bei Android meist unter Netzwerk und Internet, Mobilfunknetz. Die Einstellung gilt pro SIM, deine Reise-eSIM braucht Roaming weiter aktiviert.
Lohnt sich eine eSIM für eine kurze Reise?
Für ein Wochenende in der EU meist nicht, da reicht dein Tarif. Bei Fernreisen ohne Freivolumen rechnet sie sich oft ab dem zweiten oder dritten Tag.